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Wuppertal: Resümee zur Pro NRW-Demo

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Resümee zur Wuppertaldemo von Pro NRW
Diesmal hat sich die selbsternannte „Bürgerbewegung“ Wuppertal als Ziel ihrer Provokationen ausgesucht. Nicht die Salafisten standen dabei im Mittelpunkt, sondern Mitbürger und deren Glauben. Auch ging es keinesfalls um die Verhinderung eines zusätzlichen, aufsehenerregenden Moscheeneubaus, sondern lediglich um den Umzug einer alten Moschee mit Minarett in eine neue Moschee mit Minarett auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Hoher Besuch von der österreichischen „FPÖ“ gab wohl den Anlass für den Vorsitzenden, mal wieder persönlich zu erscheinen. Da eine ähnlich lächerliche Beteiligung, wie vor einigen Wochen in Bonn wohl nicht sein durfte, trommelte man diesmal aus ganz NRW 138 handgezählte Teilnehmer zusammen. Für fast alle wurden Mitfahrgelegenheiten organisiert und mindestens 9 Abfahrtsstellen brachten dann den ersehnten Demo-Umfang. Nur im Zustieg Haan gab es einen unliebsamen Zwischenstopp, verursacht durch die Antifa „Bündnis Kreis Mettmann“.

Wie immer öfter, sind die Demonstranten ein illustrer Haufen, der sich irgendwo zwischen Sekte und immer mehr einer braunen Choreographie mit Rechts-Rock-Musik und schwarzen Jacken widerspiegelt. Selbstverständlich geht irgendwann das auf, was man sich mangels einer fehlenden bürgerlich-konservativen Schicht vom ultrarechten Rand in die eigenen Reihen geschleust hat.

Für den Vorsitzenden und seine engste Führungsriege war der heutige Tag wohl auch vom psychischen Standpunkt aus bitter nötig, um für soziale Anerkennung zu sorgen, nachdem in der vergangenen Woche die Polizei diverse Büros und private Räume von Partei und Vorständen durchsucht hatten. Dem Vorsitzenden dürften dadurch bestimmt auch einige Probleme mit seinen Mandanten erwachsen, da sich seine gesamte EDV derzeit in Händen von Polizei und Verfassungsschutz befinden könnte. Peinlich natürlich auch, wenn dadurch viele Daten seiner unentwegten Mitstreiter in deren Händen landen und es zu weiteren, unliebsamen Fragen kommen dürfte.

Der Vorsitzende war aber noch nie einer, dem seine Mitglieder am Herzen lagen. Ihm geht es mehr um die eigene Weste und um die Darstellung als Saubermann. Banner, die für „Recht & Ordnung“ werben, sind reines Wunschdenken, bei dem es aber wohl eher um das Recht und die Ordnung außerhalb der eigenen Partei geht.

Keine Staatsanwaltschaft würde eine Razzia durchführen lassen, wenn nicht schwerwiegende Anhaltspunkte für Betrug, Bereicherung etc. vorliegen würden.  Die Ergebnisse hierzu werden demnächst sicher die Gerichte beschäftigen. Auch dort wird man den ein oder anderen Bekannten wieder treffen, denn rechtskräftige Verurteilungen sind ja zwischenzeitlich in der Partei keine Ausnahme mehr.

Vielleicht möchte man denken, der Vorsitzende hätte gelernt in puncto Provokation durch Zeigen der bereits allseits zur Genüge bekannten Mohammed-Karikaturen. 

Aber auch darin ist eher Kalkül, denn besonnene Politik zu erkennen. Einerseits konnte der FPÖ-Politikerin keine solch dümmliche Heraufbeschwörung von Gewalt zugemutet werden. Schließlich versucht die ständig klamme Partei in Österreich auch finanziellen Rückhalt zu finden.

Der für den Vorsitzenden erfolgreiche Gerichtsbeschluss zum Zeigen der Karikaturen war dann für ihn heute auch die Vorlage, um sich als den Beschützer von Polizei und Bürgern zu präsentieren, indem bewusst auf Deeskalation gesetzt wurde. Warum dann die Anrufung des Gerichtes, so fragt man sich hier?

Fazit: eine Demo mit einseitigen, leeren Inhalten. Wie immer eigentlich. Und wie immer, mit den selben Leidtragenden – den Polizisten einerseits, die sich heute bei empfindlichen Graden wieder mal die Beine in den Bauch stehen mussten und teilweise wüste Beschimpfungen zu ertragen hatten.

Andererseits viele Teilnehmer aus dem Pro-Demonstrationszug, die noch nicht registriert haben, dass sie vor einen Karren gespannt sind, der immer tiefer in Sumpf und Dreck landet. Der Ein oder Andere von ihnen wird demnächst vielleicht auch ähnlichen Besuch bekommen; in jedem Fall aber auf Zelluloid gebannt unter diverser Beobachtung stehen.

Morgen können Sie sich auf eine kommentierte Bilderstrecke mit persönlichen Anmerkungen von Ronald Micklich freuen.

Ihr B.S. Team

   
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